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Geruchsdifferenzierung?

  • Autorenbild: Holger Froede
    Holger Froede
  • 24. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Juni

Geruchsdifferenzierung – Grundlage oder notwendiger Bestandteil im Mantrailing?


Bei der Geruchsdifferenzierung geht es darum, einen bestimmten Geruch zu finden und diesen zuverlässig anzuzeigen. Der Hund lernt hierbei eine sogenannte „passive Anzeige“ – also ein stabiles und ruhiges Verharren am Geruchsträger.


Im Internet findet man häufig Aussagen wie:


„Geruchsdifferenzierung lässt sich einfach beschreiben als eine Mischung zwischen Mantrailing und der Suche von Objekten.“


oder:


„Geruchsdifferenzierung ist nicht mit Konditionierung zu verwechseln, wie beispielsweise bei Polizeihunden, bei denen der Hund auf einen bestimmten Geruch (z. B. Rauschgift) trainiert wird.“


Diese Sichtweise teile ich so nicht.


Geruchsdifferenzierung ist eine Grundlagenarbeit. Welcher Geruch am Ende gezielt gesucht werden soll, spielt dabei zunächst keine entscheidende Rolle. Der Hund lernt, einen bestimmten Geruch von anderen Gerüchen zu unterscheiden und diesen anzuzeigen.


Der wesentliche Unterschied zum Mantrailing liegt darin: Der Hund verfolgt keine Geruchsspur zu einer Person, sondern wird an den Geruch herangeführt oder sucht bestimmte Bereiche nach einem Zielgeruch ab. Beispiele hierfür sind unter anderem Leichenspürhunde, die einen Ablageort anzeigen, oder Hunde, die gezielt nach bestimmten Stoffen oder Objekten suchen.


Nach 14 Jahren Erfahrung im Bereich Mantrailing wurde kein von mir ausgebildetes oder in Ausbildung befindliches Team für die Personensuche über Geruchsdifferenzierung aufgebaut.


Ein Hund, der die klare Verknüpfung „Geruchsvorhalt = gesuchte Person“ verstanden hat, benötigt keine zusätzliche Geruchsdifferenzierung, um einen Trail erfolgreich zu arbeiten.


Ein klassisches Beispiel:

Der Hund steht mit hoher Nase und Abstand von zwei oder drei Metern vor einer Person, die beispielsweise auf einer Bank in einer belebten Fußgängerzone sitzt. Fast jeder Hundeführer kennt diese Situation. Nach einem kurzen Moment entscheidet sich der Hund weiterzuarbeiten.


Was ist passiert?


Der Hund hat bereits differenziert. Er hat erkannt, dass die vorhandene Geruchsquelle nicht mit seinem Auftrag übereinstimmt, und die Suche fortgesetzt.


Auf einem Trail begegnen dem Hund unzählige verschiedene Gerüche. Menschen, Tiere, Umweltgerüche – der Hund muss permanent unterscheiden und relevante Informationen herausfiltern. Differenzierung findet also während jeder Suche statt.


Fazit:

Für Bereiche wie Straftäterverfolgung, Leichensuche, Drogensuche oder andere spezialisierte Suchaufgaben ist Geruchsdifferenzierung eine wichtige Grundlage der Ausbildung.


Man sollte jedoch berücksichtigen, dass ein Training mit Geruchsdosen oder vergleichbaren Aufbauten ein intensives, strukturiertes und über Monate aufgebautes Training erfordert.


Entscheidend bleibt:

Die Ausbildungsform muss zum Einsatzbereich passen. Nicht jede Methode aus einem anderen Suchbereich lässt sich automatisch auf die Personensuche übertragen.

 
 
 

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