Personenspürhunde = Erstalarmierung
- Holger Froede

- vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 2 Tagen
Das Auffinden vermisster Personen gehört zu den anspruchsvollsten und zeitkritischsten Aufgaben der Gefahrenabwehr. Insbesondere bei Personen, bei denen eine Eigengefährdung, Hilflosigkeit oder eine konkrete Gefahr für Leib und Leben nicht ausgeschlossen werden kann, hat die Geschwindigkeit der ersten Maßnahmen einen wesentlichen Einfluss auf den weiteren Einsatzverlauf.
In diesem Zusammenhang stellen Personenspürhunde ein spezialisiertes Einsatzmittel dar, das insbesondere in der Anfangsphase einer Vermisstenlage einen erheblichen taktischen Mehrwert bietet.
Die besondere Fähigkeit von Personenspürhunden liegt darin, individuelle Geruchsspuren aufzunehmen und daraus Informationen über mögliche Bewegungsrichtungen und Aufenthaltsbereiche der vermissten Person abzuleiten ggf. sie direkt aufzufinden. Dadurch können Suchmaßnahmen zielgerichteter vorbereitet und weitere Einsatzmittel effektiver eingesetzt werden.
Die praktische Erfahrung zeigt jedoch, dass dieses Potenzial nicht frühzeitig genutzt wird. Häufig erfolgen zunächst umfangreiche Suchmaßnahmen im direkten Umfeld, Nachsuchen durch Angehörige oder Betreuungspersonal sowie weitere Maßnahmen, wie Drohneneinheiten, Feuerwehren, bevor spezialisierte Personenspürhunde-Teams hinzugezogen werden.
Diese zeitliche Verzögerung liegt im Durchschnitt bei 5 bis 7 Stunden nach Vermisstenmeldung und verändert die Ausgangslage erheblich.
Eine Geruchsspur ist kein statisches Merkmal. Sie unterliegt natürlichen Veränderungen durch Zeitablauf, Witterung, Temperatur, Luftbewegung und Umwelteinflüsse. Zusätzlich können Bewegungen weiterer Personen im Umfeld zu einer Veränderung der Ausgangssituation führen.
Parallel dazu wächst mit zunehmender Zeit der mögliche Aufenthaltsbereich einer vermissten Person. Aus einer zunächst begrenzten Suchmaßnahme kann dadurch eine umfangreiche Flächen- oder Bereichssuche entstehen, die deutlich mehr Personal, Zeit und Ressourcen bindet.
"Laut einer Studie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Zentralinstituts Prof. Dr. med. Andreas Meyer-Lindenberg, entspricht das Gangbild / Geschwindigkeit bei Demenz ca. 0,7 m/s. Daraus ergibt sich eine zurückgelegte Strecke von 11 bis 17 Kilometer vom Abgangsort einer dementen vermissten Person bei Alarmierung von Personenspürhunden nach 5 bis 7 Stunden seit Vermisstenmeldung. (eher noch weiter)"
Eine frühzeitige Einbindung kann dazu beitragen:
Suchräume schneller einzugrenzen,
Einsatzmaßnahmen gezielter zu steuern,
Ressourcen effizienter einzusetzen,
Einsatzkräfte zu entlasten,
und die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Auffindung zu erhöhen.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Personenspürhunde sind kein nachgeordnetes Einsatzmittel für den Fall, dass andere Suchmaßnahmen ausgeschöpft sind. Sie sind ein spezialisiertes Werkzeug, dessen größter Nutzen insbesondere in der frühen Phase einer Vermisstenlage liegt. Das zeitnah nach der Vermisstenmeldung.
Die häufig geäußerte Einschätzung, Personenspürhunde würden „selten finden“, muss daher differenziert betrachtet werden. Eine Einsatzbewertung darf nicht ausschließlich das Endergebnis betrachten, sondern muss auch die Rahmenbedingungen berücksichtigen.
Denn bei Vermisstenlagen gilt:
Der Erfolg des Einsatzes von Personenspürhunden hängt von der Qualität der Ausgangslage und dem Zeitpunkt ihrer Einbindung ab. Diese gehören als Einsatzmittel in die erste Stunde ab Vermisstenmeldung. Eine späte Alarmierung reduziert nicht die Leistungs- / Einsatzfähigkeit des Einsatzteams, sondern verschlechtert die Bedingungen, unter denen gearbeitet werden muss.
Staffelleiter / H. Froede







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