top of page

„Die Mantrailer sind in die falsche Richtung gelaufen.“

  • Autorenbild: Personenspürhunde Schleswig-Holstein
    Personenspürhunde Schleswig-Holstein
  • 13. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Juli

Falsche Richtung?

Ein Thema, das uns immer wieder begegnet und das uns auch nach einem aktuellen Einsatz wieder zugetragen wurde:


„Die Mantrailer sind in die falsche Richtung gelaufen.“


Diese Einschätzung wurde nach dem Einsatz von einem Rettungshundeführer geäußert, nachdem die vermisste Person (VP) schließlich nach fast 11 Stunden gefunden worden war.


Was war passiert?

Vermisst wurde eine demente Person mit Rollator aus einem Pflegeheim. Die Person war bereits in der Vergangenheit mehrfach abgängig gewesen.


  • Abgängig seit ca. 18:00–19:00 Uhr.

  • Alarmierung unserer Personenspürhunde erst um 01:40 Uhr – also rund sieben Stunden nach dem Verschwinden.


Der erste Personenspürhund arbeitete die Spur bis in den etwa 2,5 Kilometer entfernten Nachbarort aus. Zur Überprüfung wurde ein zweiter Hund am identischen Startpunkt angesetzt. Das Ergebnis war eindeutig: gleiche Laufrichtung, gleiches Spurverhalten.


Ein dritter Hund setzte die Arbeit im Ort fort, musste den Einsatz jedoch später beenden. Weitere Personenspürhunde standen nicht mehr zur Verfügung.


Von diesem Ort führt ein Feldweg zurück in Richtung der Rückseite des Pflegeheims. Die vermisste Person wurde schließlich dort aufgefunden – etwa drei Kilometer vom letzten Spurverlauf entfernt.


Warum bedeutet das nicht, dass die Hunde falsch gearbeitet haben?

Der gesamte Nahbereich des Pflegeheims war bereits zuvor intensiv abgesucht worden – durch Feuerwehr, Polizei, Drohne und anschließend auch durch Flächensuchhunde. Ohne Erfolg.


Erst ca. 11 Stunden nach dem Verschwinden wurde die Person schließlich gefunden.


Daher stellen sich aus unserer Sicht einige berechtigte Fragen:


  • Wo hielt sich die vermisste Person während dieser elf Stunden tatsächlich auf?

  • Lag sie wirklich die gesamte Zeit nur etwa 150 Meter vom Gebäude entfernt, ohne entdeckt zu werden?

  • Warum wurde sie trotz der umfangreichen Nahbereichssuche nicht bereits deutlich früher gefunden?


Diese Fragen lassen sich im Nachhinein oft nicht eindeutig beantworten. Fest steht jedoch, dass das Auffinden der Person nicht automatisch bedeutet, dass diese dort seit 11 Stunden gelegen hat und die zuvor ausgearbeitete Spur falsch war.


Unser Fazit

Personenspürhunde arbeiten individuell. Wenn jedoch mehrere Hunde unabhängig voneinander dieselbe Spur und dieselbe Laufrichtung bestätigen, sollte dieses Ergebnis ernst genommen werden. Die Aussage, die Hunde seien „in die falsche Richtung gelaufen“, greift ohne Kenntnis des gesamten Einsatzverlaufs deutlich zu kurz.


Ebenso zeigt dieser Einsatz erneut, wie wichtig eine möglichst frühe Alarmierung von Personenspürhunden ist. Sieben Stunden nach dem Verschwinden ist bereits sehr viel Zeit, in der sich die Lage erheblich verändern kann.


Und noch ein Punkt, der in Einsätzen immer wieder unterschätzt wird: Auch ältere oder demente Menschen – selbst, wenn sie auf einen Rollator angewiesen sind – können innerhalb weniger Stunden überraschend große Strecken zurücklegen.


Eine sachliche Nachbesprechung aller eingesetzten Suchmittel wäre wichtig und sinnvoll. Unbegründete Spekulationen oder vorschnelle Schlussfolgerungen hingegen helfen niemandem. Sie können das Vertrauen zwischen den beteiligten Organisationen beeinträchtigen und dem Ansehen der gesamten Rettungshundearbeit schaden.


Einsatznachbesprechungen sollten deshalb immer auf nachvollziehbaren Fakten beruhen – nicht auf Vermutungen. Nur so können alle Beteiligten aus einem Einsatz lernen und die Zusammenarbeit im Sinne der vermissten Personen weiter verbessern.

 

 
 
 

Kommentare


Personenspürhunde Schleswig-Holstein Mantrailer
Personenspürhunde Schleswig-Holstein Mantrailer
Personenspürhunde Schleswig-Holstein Mantrailer

Personenspürhunde Schleswig-Holstein

Geprüfte und vom Diensthundewesen der Polizei Schleswig-Holstein gesichtete Personenspürhunde - Alarmierung über das Führungs- und Lagezentrum (FLZ) der Landespolizei Schleswig-Holstein – 144 geleistete Einsätze seit Dez. 2022 -

©2024 Personenspürhunde Schleswig-Holstein - info@pshsh.de - Impressum

  • Facebook
Personenspürhunde Schleswig-Holstein Mantrailer
bottom of page